Marilla Bax bloggt zum Thema effizienter Service
Header

Aus aktuellem Anlass beschäftige ich mich gerade mit der Frage, wie man Wissen am besten weitergeben kann bzw. umgekehrt, wer Wissen / Lernerfolge wie am besten erarbeitet. Beschäftigen wir uns dazu etwas näher mit dem Thema Lernen. Wie lernen wir als Erwachsener bzw. wie können wir Informationen am effektivsten aufnehmen? Das ist gar nicht so einfach, denn wir nehmen Wissen über ganz unterschiedliche Kanäle wie z.B. hören, sehen oder auch anfassen auf. Die Kunst ist für sich oder andere die jeweils passende Lernmethode bzw. Mischung zu finden.

Lerntypen

Menschen nehmen also Lerninhalte auf unterschiedlichen Wegen auf. Und sie verarbeiten diese Informationen auf ihre ganz persönliche Art und Weise. Individuell verschiedene Erbanlagen, Umwelteinflüsse und Erfahrungen nehmen direkt Einfluss auf das persönlich bevorzugte Lernverhalten. Zum Lernen und Aufnehmen von Informationen brauchen wir unsere Sinnesorgane, dazu gehören neben Augen und Ohren auch Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn. Über die beteiligten Sinnesorgane gelangt der Lernstoff in unser Gedächtnis. Da die einzelnen Sinnesorgane bei jedem von uns unterschiedlich stark ausgeprägt sind, bedeutet dies auch, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt.

Wir wollen Ihnen nun einen kleinen Überblick über die verschiedenen Lerntypen geben. Erkennen Sie sich wieder?

Visueller Lerntyp

Ein visueller Lerntyp lernt leichter durch sehen und aufnehmen. Effektive Lernmethoden für den visuellen Lerntyp sind das Mitschreiben und/oder über die Schulter schauen bei einem Profi bzw. zeigen lassen. Er erinnert sich leichter an das, war er selbst gesehen oder gelesen hat. Für ihn müssen Informationen übersichtlich und optisch ansprechend aufbereitet sein.

Gute Lernhilfen sind: Eigene Notizen, Hervorhebungen/Unterstreichungen, Diagramme, Bilder, Skizzen, Videos.

Auditiver Lerntyp

Ein auditiver Lerntyp hört gerne zu. Er lernt am besten, wenn das Lernthema vorgelesen wird oder er einem anderen dabei zuhören kann, z.B. bei einem Vortrag. Dabei fühlt er sich durch Fremdgeräusche aus der Umgebung schnell gestört. Musik beim Lernen kann der Produktivität des auditiven Lerners jedoch Flügel verleihen.

Gute Lernhilfen sind: Gespräche, Vorträge, Musik, Erklärungen, laut vorlesen.

Kommunikativer Lerntyp

Ein kommunikativer Lerntyp lernt gut durch intensive Gespräche und Diskussionen. Die sprachliche Auseinandersetzung mit dem Lernthema und das Verstehen im Dialog sind für ihn wichtig. Er lernt am liebsten in einer Gruppe.

Gute Lernhilfen sind: Lerngruppen, Dialoge, Diskussionen.

Motorischer Lerntyp

Ein motorischer Lerntyp liebt die Bewegung beim Lernen. Er muss die Prozesse und Abläufe selber durchführen und nachvollziehen. „Learning by doing“ steht für diesen Typ absolut im Vordergrund. Fehler müssen gemacht werden, um daraus lernen zu können.

Gute Lernhilfen sind: Nachmachen, Gruppenarbeiten, Rollenspiele

Die Kunst ist es nun, die Themen zielgruppenspezifisch und lerntypengerecht anzubieten. Eben dem Lernenden die Wahl zu lassen zwischen Videos, E-Books, E-Learning, Lerngruppen oder Hörbücher bis hin zu Präsenztrainings mit Gruppenarbeiten.

Ein technischer Trainer im Serviceumfeld (After Sales Service) steht immer wieder vor der Herausforderung, wie er sein eigenes, hoch technisches und komplexes Wissen zu einen speziellen Produkt dem Anwender / Bediener oder Einrichter einfach vermitteln kann. Worauf kommt es wirklich an, wenn man technische Trainings gestaltet.

Kurzer Ausflug dazu in das Lernen. Lernen bedeutet für das Gehirn, neue Verknüpfungen anzulegen – und das kostet viel Energie. Das Gehirn versucht, Anstrengungen zu minimieren und geht in den Energiesparmodus – immer dann, wenn Teilnehmer nur „Bahnhof verstehen“.

In Trainings kann dies schnell passieren, wenn z. B. der Trainer

  • Fachbegriffe mit weiteren Fachbegriffen erklärt,
  • Wissen voraussetzt, das die Teilnehmer nicht haben,
  • seine Information und Botschaften zu akademisch transportiert,
  • keinem roten Faden folgt und seine Teilnehmer die Zusammenhänge nicht erkennen lässt.

Ziel muss es sein dem Gehirn das Verstehen so einfach wie möglich zu machen und dann sofort mit dem neuen Wissen etwas tun zu lassen. Je aktiver und vielfältiger Sie als Trainer das Training gestalten, je mehr Wahrnehmungskanäle Sie aktivieren, je mehr Erfahrungen, Eindrücke, Erlebnisse, „Ahas“ der Teilnehmer erfährt, desto leichter fällt es ihm, den Lerninhalt aufzunehmen und mit bereits vorhandenen Gedächtnisspuren zu verlinken.

Durch diese Vielfachverknüpfung wird das neue Wissen im Gehirn sicher gespeichert.

Arbeiten mit Schaustücken, an Anlagen / Maschinen

Stellen Sie sicher, dass Sie auch mit Schaustücken arbeiten können, bzw. eine Inbetriebnahme im Seminarraum oder am Arbeitsplatz der Teilnehmer möglich ist.

Tipps für den Umgang mit Schaustücken

  • Führen Sie die Blicke der Teilnehmer, erhöhen Sie Ihre Präsenz durch guten Körpereinsatz.
  • Wechseln Sie öfter Ihren Standort, dann bleiben Sie auch für alle sichtbar.
  • Wirken Sie rascher Ermüdung vor, indem Sie Ihre Teilnehmer aktiv mit einbeziehen.
  • Beherrschen Sie perfekt die gezeigte Technik
  • Beachten Sie bei der Besprechung Ihrer Technik die Touch-Turn-Talk-Regel

Drei Leitsätze zum Erklären am Schaustück:

  1. Schweigen, zum Schaustück drehen, Punkt suchen, berühren
  2. Hand auf dem Punkt lassen, umdrehen, Blickkontakt
  3. Jetzt erst zu den Teilnehmern sprechen

Übrigens, wer jetzt Appetit bekommen hat, wir haben dazu auch ein spezielles Training im Angebot:

Lehrgang zum Professionellen Service Trainer